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Blog-Eintrag: Der Klang der Liebe
![]() Wer der hier gestellten Aufforderung, seine Meinung, subjektive Auffassung oder gar Gefühle zu In the Mood for Love zu äußern, nachkommen will, der fühle sich frei, diese hier zu verewigen. Ich wünsche viel Glück, dass die richtigen Worte gefunden werden. |
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Mann, Cannesmann, du bist vielleicht ein Tiefstapler :-) Danke für deinen interessanten und schön geschriebenen Beitrag zu in the mood for love. Was bin ich froh, dass ich vorhin rumkrakeelt habe, sonst wär uns da was entgangen. Man muss sich nicht intellektuell mit einem Film befassen um Interessantes darüber sagen zu können. Ich will mir Filme auch nicht nachher zurechtlesen und Erklärungen und Deutungen lernen. Am besten man macht sich das mit dem Film selbst aus. Wirklich gute Filme, und itmfl gehört da ja dazu, gehen sowieso grade rein ins Herz (oder nirgends hin).
Ich kann es eigentlich kurz machen. Ich kann deine Begeisterung nicht nur nachvollziehen, ich teile sie auch genau in den von dir aufgezählten Punkten. In the mood for love ist auch für mich ein Film, der in erster Linie mal so richtig diretissima reingeht, der einfach wirkt. Die unerfüllte Liebesbeziehung in Literatur und Film ist bei mir persönlich ein Thema, auf das ich total abfahre (obwohl ich selbst - soviel will ich mal verraten - in einer sehr schönen und erfüllten Beziehung lebe). Daher ist auch ein Film wie "Was vom Tag übrig blieb" für mich ein Hammer. Aber was red ich. Im Prinzip hast du das ja schon geschrieben und auch alles das, was ich noch hätte schreiben wollen. Erstaunliche Übereinstimmung. Und sag bloß nie wieder, dass du nicht beschreiben kannst! Wenn jetzt auch noch Lolo mit einem Essay über itmfl daherkommt, hole ich mir einen Kübel Asche. :-) |
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Nun, da das ja alles mehr oder weniger auf meinem Mist gewachsen ist, will ich natürlich auch was dazu schreiben.
Doch im Falle von In the Mood for Love steht man dann doch vor einer ganz anderen Art von Herausforderung. Denn nicht nur die eigene Liebe dem Film gegenüber legt genug Steine in den Weg (aus Angst dieser mit Worten nicht gerecht zu werden), sondern auch der über Jahre hinweg aufgebaute Respekt gegenüber eines solchen Werkes lässt es schon fast anmaßend erscheinen überhaupt den Stift anzusetzen, in der Hoffnung dieses Erlebnis auf Papier bringen zu können. Doch in dem Wort Erlebnis liegt vielleicht der Schlüssel, denn was könnte man einem nahezu perfekten Werk wie diesem Schlimmeres antun als über diese Perfektion zu sinnieren und seine Bestandteile zu analysieren? In the Mood for Love ist ein Rausch oder wie es der Titel viel besser zu sagen vermag: eine Stimmung. Und diese Stimmung gilt es zu leben, nicht zu umschreiben. Es fiel hier das Wort "Lieblingsfilm". Puh. Ich halte das für ein böses Wort. Extrem ausgedrückt. Zum einen wird es, ähnlich wie "Liebe", viel zu inflationär benutzt und hat schon viel seiner Kraft und Wirkung verloren. Zum anderen kann ich, rein subjektiv gesehen, nicht so etwas wie einen Lieblingsfilm bestimmen. Einen Pulk vielleicht. Aber auch dieser Pulk ist niemals fix. Zudem läuft man schnell Gefahr vielen anderen Filmen und Filmemachern Unrecht zu tun. Nicht dass es sie stören würde, aber einen selbst stört es sicher irgendwann, wenn man einige Zeit später nochmal darüber reflektiert. Dennoch, und das kann ich sagen, weil es sich seit Jahren nicht geändert hat, würde ich das Risiko eingehen und In the Mood for Love und Chungking Express vor den Fahrenheit-Feuerwehrmännern zu verstecken. Beide sind sich ähnlich in ihrer Grundaussage. Wie ja schon gesagt wurde. Die unerfüllte Liebe. Eine Thematik, die bei mir immer funktioniert. Sogar bei verhältnismäßig schlechteren Filmen. Doch wenn die Filme dann noch auf einem Niveau von Wong Kar-Wai sind ... uff. Dann stechen sie richtig tief ins Herz, und die Wunde bleibt da auch. Und wie Thomas so schön sagte: "Liebesbeziehung in Literatur und Film". Genau das ist es, und für mich (wie in der Episode über Chungking Express schon gesagt) eines der wenigen "wirklichen" und zeitlosen Themen, die man sich als Grundstruktur für Kunst und Kreativität nehmen kann. Mit dieser Aussage will ich mich aber nicht auf Liebes-"Beziehungen" beschränken, sondern eher (und da wird es dann auch weitaus breitgefächerter) auf die Liebe allgemein. Sei es zwischenmenschlich wie die wunderbare Liebeserklärung in The Straight Story, oder die Liebe von einem kleinen Jungen zu seinem Lieblingskuscheltier. (Der Emotionale Wert eines Gegenstandes: Brief, Buch, Foto, Halskette, Wilson etc.) Gefühle für etwas. Und Gefühle durch Literatur, Kunst und Film vermitteln. Das ist der Antrieb. Und einem Wong Kar-Wai sieht man an, dass er dem Thema verfallen ist wie kein Zweiter. Denn er lebt nur von diesem Antrieb. Wong Kar-Wai wird niemals einen guten Thriller machen können. Wenn, dann werden die Thriller-Elemente als Grundgerüst dienen um darin wieder das Gleiche zu erzählen wie jedes Mal sonst auch. Und ganz ehrlich. Gut so. Ich bin vielleicht überromantisch. Ein Mensch, der mir sehr nahe steht, der aber auch sehr "sachlich" im Allgemeinen ist, der kann Wong Kar-Wai würdigen, aber ihn nicht lieben. Und ja. Es ist verständlich. Ich glaube, man braucht eben auch diese Verträumtheit und manchmal sogar Weltfremdheit um die Liebe über alles andere zu erheben. Wie dem auch sei. Chungking Express ist so ein extrem intuitiver Film, der sich wirklich einfach nur von der Emotion leiten lässt. In the Mood for Love ist da deutlich eleganter (ohne dass es Chungking Express abwerten soll). Eleganter in der Ästhetik, aber auch eleganter in der Herangehensweise. In the Mood for Love flüstert, während Chungking Express seinen Drang herausschreit. In the Mood for Love erzeugt so ein unbewusstes Kribbeln beim Zuseher, als würde sich irgendetwas immer mehr zuspitzen. Doch es gibt keine Erlösung, es flacht am Ende einfach nur ab. Genau wie bei den beiden Hauptcharakteren. Furchtbar tragisch, furchtbar genial. Und Cannesman, du hast viele Eckpunkte schon sehr gut umschrieben. Vor allem deine gewählten Worte zu einzelnen Elementen, dem Rhythmus und der Ästhetik - ich will mich da einfach mal komplett anschließen - ohne ein Wort deiner Ausführung, auf meine Ansicht angewendet, ändern zu müssen. Vor allem auch deine Worte zum Ende des Filmes. Und es mag vielleicht wirklich daran liegen, dass wir aus Mangel an Kenntnis der asiatischen Geschichte den (mehr oder weniger) harten Bruch vielleicht etwas deplatziert fanden, da wir seine Aussage nicht gleich erfassen konnten. Vielleicht ein naiver Vergleich, aber würde In the Mood for Love in der DDR spielen und wir würden plötzlich unvorbereitet eine alte Archivaufnahme des Mauerfalls sehen, dann wüssten wir auch: "Oh verdammt, alles ändert sich. Die ganze Situation der beiden Menschen ist nun anders.". Mit dem richtigen Bezug kann sich das Ganze also sogar als "Salz in der Wunde" bezeichnen lassen. Und ob es nun eine Erlösung der beiden war oder nicht, sei dahingestellt. Aber ich bin jemand, der sich gerne vorstellt, dass beide bis ans Ende ihrer Tage unter ihrer gemeinsamen Zeit leiden und dass sich auch in den letzten Szenen des Filmes, wo Maggie schon mit ihrer Familie zu sehen ist und in die Wohnung blickt, nichts an ihren Gefühlen geändert hat. Oder sagen wir, sie nicht völlig aus ihrem Leben verbannen konnten. Und ich glaube Wong Kar-Wai ist auch so ein Mensch. So, jetzt fühle ich mich ein wenig besser. Wenn ich schon aus Zeitgründen kein wirklich rundes Essay zu dem Film schreiben konnte, dann wenigstens ein rein subjektives Posting, auch wenn es dem Film vielleicht nicht gerecht wird. Aber ich bin nicht enttäuscht, nein, ich bin froh In the Mood for Love nicht vollends erfassen und im Geiste abhaken zu können, was eine bis ins Detail ausgearbeitete Niederschrift verursachen könnte. Denn dadurch weiß ich, ich bin noch lange nicht fertig mit dem Film. Und er vor allem nicht mit mir. |
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So viel positive Resonanz auf etwas geschriebenes im Internet zu bekommen ist selten. Umso mehr freut es mich das ich mich zu Wort gemeldet habe.
Schön finde ich auch das itmfl wohl so ein Film ist bei dem man erst einmal die Grundsätzliche Sichtweise zu "Film" und "Persönlichkeit" von einem selbst klarstellen muss / will. Spricht für den Film. Und fällt mir jetzt hier erstmalig auf. Und den Spruch "würde ich das Risiko eingehen undvor den Fahrenheit-Feuerwehrmännern zu verstecken." werde ich mir merken. Ich binmal gespannt ob sich noch Jemand meldet der den Film aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet. Gerne auch aus einem negativen. |
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"in the mood for love" ist für mich der schwächste wkw, den ich bisher gesehen habe. mit abstand. vielleicht muss ich ihn mir noch ein paar mal anschauen, aber der film wirkt auf mich zu gekünstelt, stilisiert und leider auch sehr steril. ganz anders das triumvirat aus "chungking express", "fallen angels" und "happy together". für mich der höhepunkt in wkw's filmographie. "2046", der von der ästhetischen herangehensweise "itmfl" sehr ähnelt, hat mir auch viel besser gefallen.
seltsam. |
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Leider habe ich mir den Film noch nicht angesehen. Chunking Express hat mich allerdings mehr als faszinieren können, auch wenn es nicht gleich sofort beim ersten mal einschlug. Denkt man aber über den Film nach und ist in der Stimmung sich ganz und gar dem Film hinzugeben lässt er einen nicht mehr aus dem Bann. Es sind die Momente der Zweisamkeit die mich faszinieren, das Verbotene, geheimnisvolle ohne es auch nur anzusprechen. Man sieht es den Charakteren ab.
Auch den Style von Chunking Express gefällt mir sehr. 2046, den ich auch gesehen habe, ist stilisierter und passt sich seiner Thematik vielleicht mehr an als es ein Chunking Express vielleicht tut, trotzdem sollte man keines der beiden Techniken minder schätzen. Da ich mir euere Kommentare alle durchgelesen haben, die sich sehr oft sehr Nahe am Ende befanden, bekam ich die Lust mir den Film zuzulegen. Was kann von Thematik, Chunking Express, und Style, 2046, schon gegen einen solchen Film sprechen. Jedenfalls vielen Dank für Beitrag und Eintrag.
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Carol: Hey King! What's your first order of business? Max: LET THE WILD RUMPUS START! |