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Also ich weiß ja nicht wie andere das sehen. Aber:
Ich bin mir sicher dass man Filmkunst nicht klassifizieren sollte, auch wenn das oft gemacht wird. Damit schraenkt man sich selbst nur ein. Man kann das von verschiedenen Aspekten betrachten. Ob man nun mehr Wert auf die Optik legt oder auf das, was einem der Film fluestert ohne dass es ausgesprochen wird ist mir eigentlich egal.(sicherlich gibt es noch viel mehr Kriterien) Kunst ist subjektiv! Und wenn du Jemanden oder einen einzelnen Film gut oder einfach nur ueberdurchschnittlich findest...erzaehl mir davon. Ein Forum lebt auch von der Diskussion. Ich glaube, damit hast du zumindest meine Antwort. |
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Eine Definition von Filmkunst mag ich ebenso wenig geben wie eine Definition von Kunst. Ich bin zwar der Meinung, dass es sehr wohl objektive Kriterien dafür gibt, ob ein Film gut oder schlecht ist, allerdings genügt die Erfüllung dieser Kriterien noch lange nicht, dass ein Film auch bei jedem funktioniert. Ein guter Film wie beispielsweise Citizen Kane muss noch lange nicht jedem gefallen. Nur kann man auf der anderen seite auch nicht einfach sagen, dass Citizen Kane schlecht ist, nur weil man ihn nicht mag. Das tun nur Ignoranten oder Egozentriker. Es gibt Meisterwerke, die man ganz schrecklich findet - wichtig ist hier nur, dass man sie als Meisterwerke anerkennt. Ich werde das mal bei Gelegenheit genauer darlegen.
Zurück zur Filmkunst. Ich mag den Begriff nicht, weil er abgrenzt. Ich bin jemand, der nur zwischen guten und schlechten Filmen unterscheidet (die Grenzen können natürlich sehr fließend sein). Man könnte zwar sagen, dass Filme dann Kunst sind, wenn sie länger wirken, eine tiefere Aussage haben oder aber auch nur abstrakter sind als andere Filme. All dies führt aber zu nichts, denn ist ein solcher Film dann besser als ein grandioser Film, der die „Kunstkriterien“ – wie auch immer sie lauten mögen – nicht erfüllt? Man merkt schon. Egal, wie man Kunstfilme definieren würde, man findet immer gute Filme, die die Kriterien dann nicht erfüllen würden. Und würde man die Kriterien sehr stark ausweiten, kann man sie gleich ganz ignorieren, weil sie dann beliebig werden. Persönlich benutze ich den Begriff Kunst bei Filmen entweder generell oder gar nicht. Entweder ist das Medium Film an sich eine Kunstform oder aber nicht. Ein grandioser Film braucht das Etikett „Kunstfilm“ nicht. Ein belangloser Film darf ruhig die Kunstform Film nutzen und wird trotzdem als schlecht bezeichnet. Ein furchtbares Gemälde nutzt die Kunstform „Malerei“ und ist trotzdem schlecht.
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Toleranz ist das unbehagliche Gefühl, der andere könnte am Ende doch recht haben. |
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Das Thema ist wirklich spannend, aber leider auch sehr komplex.
Deshalb vorab vielleicht mal ein paar Überlegungen, die helfen könnten das Thema systematischer anzugehen. Bevor man über Filmkunst diskutieren kann ist, ist es wichtig sich auf einen Kunstbegriff zu einigen und das gleich in zweierlei Hinsicht: a) die Unterscheidung zwischen Kunst als beschreibendem Begriff und Kunst als wertendem Begriff (verkürzt also: reden wir darüber was Kunst ist, oder was gute Kunst ist?) beides hängt miteinander zusammen, meint aber etwas ganz Unterschiedliches. b) was genau umfasst der Begriff Kunst dann für uns (und zwar beschreibend)? Nehme ich also eine sehr weit gefasste Definition und laufe womöglich Gefahr dadurch Dinge zusammenzuwerfen, die vielleicht gar nicht wirklich vereinbar sind, oder nehme ich eine striktere Definition her und laufe Gefahr, dass sie vieles gar nicht fasst - beides hat Vor- und Nachteile. Zu der Nebenfrage, ob Einteilungen in Genres sinnvoll sind: Im Prinzip sehe ich das ganz ähnlich wie ihr, allerdings muss man bedenken, dass es diese Kategorien ja nicht ohne Grund gibt. Um mal etwas Prophanes gleich zu Beginn anzumerken - ich bin ganz froh, dass ich mich im Plattenladen meines Vertrauens nach Musikgenre orientieren kann und ich würde nicht auf die Idee kommen dem Herrn an der Kasse vorzuwerfen er hätte mangelndes Kunstverständnis, wenn er Rolf Zuckowsky eher so bei den Kinder-CDs einordnet und Slayer eher irgendwo bei Metal. Und ähnlich funktioniert diese Einteilung ja auch im Kopf und das ist dann ein zweischneidiges Schwert - einerseits läuft man immer Gefahr, dem Kunstobjekt (ob nun Film, oder Wasauchimmer is hier worschd) mit so einer Etikettieriug nicht gerecht zu werden, andererseits ist das Genre ganz wichtig für die Meinungsbildung - mache ich mir eine Meinung zu einem Disneyfilm, werde ich nämlich automatisch ganz andere Kriterien zur Bewertung heranziehen, als ich das bei einem Splatter, oder einer Dokumentation über Pilzerkrankungen machen werde ;) Ich finde es sehr wichtig sich bewusst zu machen, dass solche Zuschreibungen konstruiert sind und damit kein Recht auf absolute Gültigkeit haben – es handelt sich ja nicht um Naturgesetze, die man nicht in Frage stellen kann, aber sie dienen eben auf verschiedenen Ebenen als Orientierungshilfe und dafür sind sie sinnvoll – als Werkzeug eben. Eh - ich merke grad, dass der eine Absatz hier gar nicht reinpasst, aber ich lasse ihn mal als künstlerischen Erguss da stehen. Geändert von Jutta von Kalkutta (13.03.2008 um 15:05 Uhr) |
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ja gute definition. für mich ist das ganze viel einfacher. ich verstehe unter filmkunst filme die zum denken anregen und durch kunstvolle bilder begeistern. mir ist es auch ganz egal aus welchem land ein solcher film kommt. es ist zwar wahr, dass viele kunstfilme aus europa kommen, aber auch amerika hat sehr wichtige regisseure hervorgebracht. einer der wichtigsten ist meiner meinung paul thomas anderson, der hat zwar relativ viele bekannte schauspieler in seinen filmen und auch ein ziemlich hohes budget, überzeugt mich allerdings durch sehr anspruchsvolle charakterstudien. allerdings sind meiner meinung die anspruchsvollsten filme immer noch unbekannt. für regisseure wie bunuel, jodorowsky, fellini, antonioni, bertolucci oder fassbinder interessiert sich heute kaum noch jemand, weil ihre filme leider nicht dem heutigen massengeschmack entsprechen. wie gesagt, dass sind für mich regisseure deren filme ich als wahre kunst bezeichne. es gibt allerdings auch regisseure deren filme ich als pseudo-anspruchsvolle mainstreamkost bezeichne. die besten beispiele dafür sind david fincher und quentin tarantino. deren filme erscheinen dem mainstream pulk als anspruchsvoll und kunstvoll, obwohl sie davon meilenweit entfernt sind. solche regisseure gehören für mich in keinster weise zu den besten, allenfalls zur durchschnittskost.
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Ich finds ein bischen billig die Qualität eines Films daran zu messen, ob er eine breite Masse anspricht oder nicht - und grad wenn du Regisseure nennst, die praktisch zum Kanon gehören - das ist nämlich der Mainstream einer anderen Gruppe Leute und keine Meinung, die deine ganz persönlich individuelle wäre.
Was für ein einfaches Mittel sich keine eigenständige Meinung bilden zu müssen... |
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Zitat:
Banales Beispiel: die Simpsons. Ich habe zumindest noch nie erlebt, dass jemand die Simpsons mit dem Wort "Kunst" in Verbindung gebracht hat. Trotzdem schaffen sie, man verzeih mir das Wortspiel und die verbale Erbsenzählerei, das Kunststück, teilweise intelligenten und bissigen Humor so zu verpacken, dass sich selbst ein junges Publikum total beömmelt, obowhl es den Kontext noch gar nicht versteht. Aber um zurück zum Thema zu kommen: Ich würde mich Michael anschließen und den Begriff allgemein, vielleicht sogar "inflationär" gebrauchen. Immerhin ist doch alles vom Menschen geschaffene Kunst, weil künstlich (wieder verbale Erbsenzählerei). |
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Zitat:
Ergänzung zu den Simpsons... da steckt außerdem mehr Gesellschaftskritik drin als die Meisten sehen - einfache Kost ist das nur, wenn ein einfaches Gemüt davorsitzt... Von Kunst würde ich da schon sprechen - und zwar durchaus normativ (aber mein Kunstbegriff ist auch sehr weit gefasst... |
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Zitat:
Im Prinzip sagst du, dass Mainstream und Kunst sich ausschließen - und eben deshalb hatte ich auch anfangs angeregt sich vorab mal Gedanken um den Kunstbegriff zu machen, den man heranzieht... |