Archiv der Kategorie ‘Szenen, die man nicht vergisst‘

SDMNV #11: Deliverance

Monday, den 17. November 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel
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sdmnv_st.jpg Deliverance John Boorman (1972)
aka. Beim Sterben ist jeder der Erste. Eine Gruppe abenteuerlustiger Stadtmenschen fährt für ein Wochenende in die Wildnis, um eine Wildwasser-Fahrt auf dem Cahulawassee River zu unternehmen. Auf ihrem Weg machen sie in einer kleinen Wald-Siedlung halt. Ronny Cox beginnt mit einem der Dorf-Kinder ein Banjo-Duett.

Die Kamera nähert sich langsam dem verstörend-fratzenhaften Gesicht des Redneck-Kindes. Schuss-Gegenschuss. Und während sich das Duett nach und nach zu einem musikalischen Duell steigert, erhält der der Zuschauer eine Vorahnung, dass die Bootsfahrt vielleicht doch nicht ganz so lustig werden könnte, wie geplant…

SDMNV #10: El Topo

Saturday, den 18. October 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel
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sdmnv_st.jpg El Topo Alejandro Jodorowsky (1970)
Selten hat Kunstblut nachhaltigeren Eindruck hinterlassen: El Topo reitet mit seinem nackten Sohn in ein Dorf, in dem kurz zuvor ein Massaker stattgefunden hat. Den einzigen Überlebenden lässt El Topo von seinem Sohn erschießen. Dies ist der Startpunkt für einen Rachefeldzug, der jegliche Western-Konvention schnell hinter sich lässt …

SDMNV #9: The Holy Mountain

Tuesday, den 14. October 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel
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sdmnv_st.jpg The Holy Mountain Alejandro Jodorowsky (1973)
Bis zur Szene mit dem roten Tempel hätte man ja fast den Eindruck haben können, The Holy Mountain wäre konventionell erzählt. Spätestens wenn der Dieb jedoch seine weltliche Gefolgschaft hinter sich lässt und den roten Tempel hoch steigt, um über einen psychodelischen Tunnel zum weißen Alchemisten vorzudringen, wird The Holy Mountain zu dem legendären Mindfuck, der Jodorowskys Ruf als enfant terrible des Kinos nachhaltig geprägt hat.

SDMNV #8: GoodFellas

Friday, den 3. October 2008

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sdmnv_st.jpg GoodFellas Martin Scorsese (1990)
Henry führt seine Freundin in einen Club aus. Aber wie es sich für einen echten Mafiosi gehört, geht er natürlich nicht durch den Haupteingang, sondern über einen - mit Small Talk gespickten - Umweg durch die Küche und das Lager. Das Ganze in einem perfekt getimten dreiminütigen Tracking Shot, angefangen am Parkplatz bishin zum endgültigen Sitzplatz.

SDMNV #7: Buffalo ‘66

Thursday, den 11. September 2008

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sdmnv_st.jpg Buffalo ‘66 Vincent Gallo (1998)
Zusammen mit Layla und seinen Eltern sitzt Billy am Esstisch. Die Kamera bewegt sich in abrupten, fast stakkato-artigen 90°-Schritten um die Tischachse herum und zwingt den Zuschauer, sich neu zu orientieren und seinen Standpunkt gegenüber jedem Familienmitglied aufs Neue zu bestimmen.

SDMNV #6: Stalker

Sunday, den 17. August 2008

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sdmnv_st.jpg Stalker Andrei Tarkovsky (1979)
Erschöpft liegt Stalker auf dem nassen Boden am Rande eines kleinen Bachs. Für einen kurzen Moment ruht die Kamera auf seinem Gesicht, bevor sie sich langsam von ihm entfernt und, untermalt von hypnotischen Flötenklängen, in einer einzigen, langen Fahrt über die Wasseroberfläche des Baches entgleitet. Darunter, Münzen, eine verrostete Pistole, Sprungfeder und immer wieder Spritzen: Die zerfallenen Überreste einer längst vergessenen Zivilisation.

SDMNV #5: Der Himmel über Berlin

Friday, den 18. July 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel
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sdmnv_st.jpg Der Himmel über Berlin Wim Wenders (1987)
Der alte Mann geht über den Potsdamer Platz und fragt sich, wo sein Stammcafe von früher geblieben ist. Und wir fragen uns, was zwischenzeitlich mit dem Potsdamer Platz des Filmes geschehen ist. Wer Berlin auch nur einen Funken mag, muss hingerissen sein ob des schicksalshaften Zufalls, dass der Film relativ kurz vor der Wende gedreht wurde und das Vorwenden-Berlin in atemberaubenden Bildern konserviert hat.

SDMNV #4: Gerry

Wednesday, den 9. July 2008

forum.jpgvon Fabian Hübner
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sdmnv_st.jpg Gerry Gus Van Sant (2002)
Der Film beginnt ohne Vorspann und zeigt nur eine Blaufläche – eine Hommage an den Kurzfilm Blue von Derek Jarman. In der ersten Einstellung folgt die Kamera einem Auto, das durch eine wundervolle Wüstenlandschaft fährt. Statt der begleitenden Geräusche hört man als akustische Untermalung Arvo Pärts Klassik-Stück „Spiegel im Spiegel“.

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SDMNV #3: A Clockwork Orange

Saturday, den 28. June 2008

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sdmnv_st.jpg A Clockwork Orange Stanley Kubrick (1971)
Alex und seine Droogs sitzen in der Korova-Milchbar, trinken die gute alte Moloko-Plus mit Messern drin, und bereiten sich vor auf ein bisschen Ultrabrutale. Für Kubrick typisch entfernt sich die Kamera in einer langsamen Fahrt vom Protagonisten während das nervenzerrende Thema erklingt und man dem Monolog von Alex lauscht. Total Horrorshow.

SDMNV #2: Funny Games

Monday, den 23. June 2008

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sdmnv_st.jpg Funny Games Michael Haneke (1997)
Paul lässt Anna nach dem „kalt“ - „warm“ - „wärmer“ - Prinzip nach dem Hund der Familie suchen. Als Zuschauer ahnt man, in welchem Zustand sie diesen vorfinden wird und wartet geradezu gespannt darauf. Plötzlich dreht sich Paul um, zwinkert in die Kamera - entlarvt somit den Zuschauer als Voyeur - und widmet danach seine Aufmerksamkeit wieder Anna.

SDMNV #1: Oldboy

Monday, den 16. June 2008

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sdmnv_st.jpg Oldboy Park Chan-wook (2003)
Ausnahmsweise nicht von Vivaldi, sondern von treibenden und kühlen Klängen untermalt, bahnt sich Oh Dae-su – ganz puristisch mit einem Hammer bewaffnet – zweieinhalb Minuten lang seinen Weg durch einen langen Korridor voller Missetäter, die ihn daran hindern wollen dessen Ende zu erreichen.
Ohne Schnitt.