Interview mit Jodorowskys Schnittmeister
Wednesday, den 15. October 2008
von Andreas Bätzel & Mario Orozco


Federico Landeros wirkte zwischen 1950 und 1992 als Cutter an mehr als 80 Filmen mit, darunter zahlreiche Produktionen, die es nie über die Landesgrenzen Mexikos hinaus geschafft haben. Im filmhistorischen Gedächtnis ist jedoch vor allem seine Arbeit als Cutter für zwei der wohl kontroversesten Werke der Filmgeschichte geblieben: Alejandro Jodorowskys El Topo (1970) und The Holy Mountain (1973). Aber auch seine Arbeit für Juan López Moctezumas Mansion of Madness (1973) dürfte so manchem Insider ein Begriff sein.
avant*garde traf sich im September 2008 mit Landeros, der als Rentner zurückgezogen im Kreis seiner Familie in Mexico City lebt, um mit ihm über seine Arbeit und seine Freundschaft zu Alejandro Jodorowsky zu sprechen.
| Über seine Anfänge im Filmgeschäft: Eigentlich bin ich nur durch Zufall zum Film gekommen. Ein Onkel von mir arbeitete zu jener Zeit als Schmuckhändler, und unter seinen Kunden befanden sich auch Leute aus dem Filmgeschäft. Eines Tages begleitete ich meinen Onkel zu einem Drehort. Dort fragte ich ihn, ob er mich nicht für irgendeine Arbeit seinen Kontakten weiterempfehlen könnte. Ich war zu dem Zeitpunkt 18 Jahre alt. So begann ich also, als einfacher Lehrjunge für den Film zu arbeiten; solche Lehrjungen nennt man in Mexiko „Chinchiguilles“. Nach und nach habe ich mich als Hilfskraft hochgearbeitet. Ich arbeitete als Lehrling in einem Filmentwicklungslabor, bis ich irgendwann selbst Filme entwickeln durfte. In meiner Freizeit schaute ich den Leuten am Schnittplatz über die Schulter. Mit 24 schließlich begann ich, selbst als Cutter zu arbeiten. |
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