Salt Lake Van Sant
Thursday, den 27. November 2008Egal ob auf dem roten Teppich der Academy Awards, in der Szene des New-Queer-Cinemas oder an der Küste von Cannes – an Anerkennung fehlt es Gus Van Sant bei Weitem nicht. Und das, obwohl er wahrlich kein Filmemacher ist, der darauf bedacht ist, es allen rechtzumachen. Dies beweisen vor allem seine jüngeren Werke wie die Trilogie des Todes, bestehend aus Gerry (2002), Elephant (2003) oder Last Days (2005), deren Erzählstil ohne Umwege in die Kerbe des puristischen Avantgarde-Kinos schlägt. Minutenlange Einstellungen und hypnotische Bilder zeichnen diese Filme genauso stark aus, wie sie auch ihr Publikum spalten. Selbst im Arthouse-empfänglichen Cannes blieb bei Gerry nicht jeder im Kino sitzen, wohingegen andere davon überzeugt waren, einen der eindringlichsten und am schönsten fotografierten Filme des amerikanischen Kinos gesehen zu haben.
Mala Noche (1985), Van Sants erster veröffentlichter Spielfilm, zum Großteil in Schwarz-Weiß gedreht, durch und durch dem Queer-Cinema zuzuschreiben, entstand durch viel Improvisation und wurde von Van Sant selbst finanziert. Ein Film, der lebt, den Zuschauer fasziniert und ein hervorragendes Beispiel dafür abgibt, welche Ebene ein Film erreichen kann, wenn sich die Macher dem kreativen Prozess hingeben und nicht stur nach einem ausgearbeiteten Skript vorgehen. Aber Mala Noche war kein Film, den man in den 80ern irgendwie hätte an den Mann bringen können. Dennoch fand er seinen Weg und genießt spätestens jetzt den Ruf, den er sich hart erkämpfen musste.









