22. Fantasy Filmfest … ein Nachruf
Da gibt es also diese Seite mit dem Titel avant*garde. Eine Seite, die für das internationale Independent-, Experimental- und Kunstkino gedacht ist. Ein Platz für die anspruchsvollen Vertreter des Mediums Film. Und wer prangt als Aufmacher zu Beginn dieses Blog-Eintrages?
Jean-Claude Van Damme.
Dessen neuer Film JCVD (benannt nach den Initialien seines Namens) wusste nämlich auf dem diesjährigen 22. Fantasy Filmfest die Zuschauer so sehr zu begeistern, dass er sogar den „Fresh Blood Award“ abstauben konnte. Ein Award, der durch Bewertungen vom Publikum an junge Regisseure (in diesem Fall den aus Cannes stammenden Mabrouk El Mechri) verliehen wird, die mit unverbrauchten Ideen besonders innovative Filme abliefern. Und was ist unverbrauchter und innovativer, als Jean-Claude Van Damme in ein mit Soulmusik unterlegtes, vor Selbstironie strotzendes und teilweise sogar berührendes Filmexperiment zu stecken, in dem er auch noch sich selbst – JCVD – spielt?
Eben.
Spätestens wenn man den improvisierten Monolog in der Mitte des Films hört, in dem Van Damme über sein Leben spricht und in dem am Ende Tränen durch sein mittlerweile von Drogen zerfurchtes Gesicht laufen, überdenkt man noch mal seine eigentlich in Stein gemeißelten Vorurteile über die „Muscles from Brussels“.
Aber wenn ich hier schon Van Damme sage, dann muss ich auch Bruce Campbell (Armee der Finsternis) sagen. Fans des B-Movie-Königs konnten nach langem Warten nämlich endlich in den Genuss seines Filmes My Name Is Bruce kommen. Auch er spielt sich selbst und wird von einigen Hinterwäldlern gebeten, sich um einen echten Dämon zu kümmern. Viele Insider-Witze wissen zu gefallen und in einem Kinosaal voller Fans erlebt man auch trotz einiger Gags, die nicht gerade durch ihren Feinsinn auffallen, amüsante 90 Minuten.
Weniger amüsant war dann allerdings der diesjährige Publikumsspalter Martyrs, bei dem der Festival-Veranstalter den Leuten vor der Vorführung anbot, ihre Karten noch zurückgeben zu können. Quasi als letzte Chance, gekoppelt mit der Warnung, dass in anderen Festival-Städten selbst die Jungs im Dawn of the Dead-T-Shirt nach dem Film bleich im Gesicht gewesen sind. Aber war es nun ein guter Film? Schwer zu sagen. Sicher ist aber, dass man ihn nicht so schnell vergisst.
Weitere mehr oder weniger gelungene Ausführungen über diese
und andere Filme des Festivals gibt es hier.



18. September 2008 12:10 Uhr
Haha, beste Einleitung ever.
Aber wenn Fabi sagt, dass JCVD was ist, dann nehm’ ich das mal so hin ;-)
Auf My Name Is Bruce freue ich mich tierisch, auch wenn meine Evil Dead Manie langsam abklingt..
Gruesse, moep0r
18. September 2008 13:24 Uhr
Auf JCVD bin ich aeußerst gespannt, hoffe dass ihc nicht mehr lange warten muss, bis ich ihn sehen kann. Bisher hab ich durchweg Positives ueber den Film gelesen. Van Dame ist mir, trotz seiner Schundfilme, ueberaus sympathisch, auch wenn er ‘ne olle Koksnase ist / war.
Wie ich hoerte wird der Film ja offiziell nur auf DVD erscheinen und nicht im Kino laufen, schade drum. Ist da denn etwas dran?
18. September 2008 14:38 Uhr
Für mich ist der Film durch den Blog Eintrag jetzt schon kult.