DVD: David Lynch

forum.jpgvon Andreas Bätzel

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David Lynch ist berüchtigt dafür, dass er nicht gerne über seine Filme spricht, keine Interviews gibt, Extras auf DVDs überflüssig findet und selbst auf solche Details wie die „Kapitelauswahl“ restriktiven Einfluss nimmt. So wurden in den USA einige seiner Filme veröffentlicht, für die auf seinen expliziten Wunsch hin sogar auf eine direkte Kapitelanwahl verzichtet wurde. Tenor: Ein Film sollte als Einheit geschaut werden und nicht in einzelnen Kapiteln.
In den letzten Jahren ist David Lynch jedoch merklich aufgetaut und erlaubt inzwischen auch Kapitelsprünge auf DVDs zu seinen Filmen. Zwar spricht er auch weiterhin nur sehr zurückhaltend über den tieferen Sinn seiner Filme, gibt über technische Produktionsaspekte oder seine grundsätzliche Philosophie, Filme zu drehen, aber gut gelaunt Auskunft. Unerwarterter Höhepunkt: Auf der US-DVD zu Lynchs neuestem Werk Inland Empire findet sich ein 15-minütiger Kochkurs, in dem David Lynch auf gewohnt mysteriöse Art erklärt, wie man Quinoa zubereitet.

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Lynchs essentielles Frühwerk Eraserhead gibt es in Deutschland leider noch nicht auf DVD, ebenso wenig wie seine Kurzfilme sowie die Animationsserie Dumblands. Alle anderen Filme von David Lynch sind jedoch auf soliden DVDs veröffentlicht worden, die oftmals auch ein paar Extras enthalten. Das beste Gesamtpaket ist MGM mit den Special Editions zu Blue Velvet und Universal mit Wild at Heart gelungen, die durch neue Dokumentationen einen guten Einblick in die Arbeit von David Lynch erlauben.
Zur Orientierung ein Schnelldurchlauf der Filme von David Lynch auf der aktuell jeweils besten DVD: Der Elefantenmensch: 25th Anniversary Edition (Universal), Blue Velvet: Special Edition (MGM), Twin Peaks: Definitive Gold Box Edition (beide Staffeln, Paramount), Wild at Heart: Special Edition (Universal), Lost Highway (Universum), The Straight Story (Universum), Mulholland Dr. (Concorde), Inland Empire (Concorde).
Eine Sondernotiz verdient sich Dune. Nicht nur handelt es sich hierbei um David Lynchs größten kommerziellen Misserfolg, sondern die deutschen Veröffentlichungen sind auch ein Musterbeispiel dafür, was passiert, wenn die Verleihrechte an einen Film in die falschen Hände geraten. Mehr als zehn mehrheitlich indiskutable Veröffentlichungen von Dune musste der geduldige Fan bislang ertragen. Empfehlenswert ist einzig die inzwischen vergriffene Veröffentlichung des Labels Marketing-Film. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann gleich im Ausland zu der gut ausgestatteten und technisch überzeugenden Universal-DVD greifen.

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us-dvds.jpg Wer an Extras nur wenig Interesse zeigt oder auf die deutsche Synchronisation angewiesen ist, kann unbesorgt zu den deutschen DVDs greifen, die sich qualitativ von ihren internationalen Pendants kaum unterscheiden. Wer jedoch noch tiefer in die Welt von David Lynch eintauchen will und/oder Interesse an seinen Frühwerken hat, dem sei ein Blick über den Tellerrand empfohlen. Eraserhead, Lynchs Kurzfilme, Dumblands sowie Inland Empire sind über Lynchs eigenes Label „Absurda“ erschienen.
Inland Empire überrascht durch eine zweite DVD, die bis zum Rand gefüllt ist mit Extras: Über eine Stunde an Entfallenen Szenen, Lynchs ominöser Quinoa-Kochkurs, ein halbstündiger Blick hinter die Kulissen des Drehs, und über 40 Minuten an Statements von David Lynch zu allen möglichen film- oder technikbezogenen Themen. Mehr Lynch geht nicht, auch wenn man nach Sichtung der Extras keinen Deut schlauer ist, was in dem Film nun wirklich vor sich geht.

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