Begleittext: Grobkörnige Odysseen
Monday, den 7. April 2008

Das Kino von Jim Jarmusch ist das Kino eines Außenseiters, erzählt aus der Perspektive eines Beobachters, eines Fremden im eigenen Land, eines Menschen, der den Details mehr Bedeutung zumisst als dem ungreifbaren großen Ganzen und für den das Suchen wichtiger ist als das Finden. Die Filme von Jim Jarmusch sind ein klassisches Beispiel für das Kino eines Regisseurs, dessen Sturheit mächtiger ist als jegliche Versuchung und Verlockung, eines Tages doch einen großen Hollywood-Film zu drehen. Die Unabhängigkeit und die Freiheit, auch schlechte Filme machen zu dürfen, sind ein Ansporn, der Jarmusch im Laufe der Jahre zu einer Ikone des amerikanischen Independent-Films werden ließ. Seine Filme werden zwar oftmals von der breiten Masse ignoriert und spielen auch nur wenig Geld ein, sie finden aber dennoch den Nerv einer treuen Anhängerschar, die sich mit den Außenseiterrollen seiner Figuren identifizieren kann.
Aufgewachsen in Akron, Ohio, ging er mit 17 Jahren nach New York, um dort Literatur an der Columbia University zu studieren und sich als Musiker über Wasser zu halten. Jarmuschs Biographie ist durch ungeplante Etappen und Stationen gekennzeichnet, die sich wie ein intuitiver und individueller Handlungsfaden durch sein Leben ziehen. Aus einer ursprünglich nur für ein paar Monate angedachten Reise nach Paris wurde ein längerer Aufenthalt und seine Entscheidung, nach seiner Rückkehr nach New York Film zu studieren, entsprang eher einer Verlegenheit denn seiner Überzeugung. O-Ton-Jarmusch: „Ich hatte damals kein Geld, wusste nichts mit mir anzufangen und bewarb mich an der Filmschule der New York University Ich studierte dort zwei Jahre, ohne einen Abschluss zu machen.“











