Monatsarchiv für April 2008

Begleittext: Grobkörnige Odysseen

Monday, den 7. April 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel

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Das Kino von Jim Jarmusch ist das Kino eines Außenseiters, erzählt aus der Perspektive eines Beobachters, eines Fremden im eigenen Land, eines Menschen, der den Details mehr Bedeutung zumisst als dem ungreifbaren großen Ganzen und für den das Suchen wichtiger ist als das Finden. Die Filme von Jim Jarmusch sind ein klassisches Beispiel für das Kino eines Regisseurs, dessen Sturheit mächtiger ist als jegliche Versuchung und Verlockung, eines Tages doch einen großen Hollywood-Film zu drehen. Die Unabhängigkeit und die Freiheit, auch schlechte Filme machen zu dürfen, sind ein Ansporn, der Jarmusch im Laufe der Jahre zu einer Ikone des amerikanischen Independent-Films werden ließ. Seine Filme werden zwar oftmals von der breiten Masse ignoriert und spielen auch nur wenig Geld ein, sie finden aber dennoch den Nerv einer treuen Anhängerschar, die sich mit den Außenseiterrollen seiner Figuren identifizieren kann.

Aufgewachsen in Akron, Ohio, ging er mit 17 Jahren nach New York, um dort Literatur an der Columbia University zu studieren und sich als Musiker über Wasser zu halten. Jarmuschs Biographie ist durch ungeplante Etappen und Stationen gekennzeichnet, die sich wie ein intuitiver und individueller Handlungsfaden durch sein Leben ziehen. Aus einer ursprünglich nur für ein paar Monate angedachten Reise nach Paris wurde ein längerer Aufenthalt und seine Entscheidung, nach seiner Rückkehr nach New York Film zu studieren, entsprang eher einer Verlegenheit denn seiner Überzeugung. O-Ton-Jarmusch: „Ich hatte damals kein Geld, wusste nichts mit mir anzufangen und bewarb mich an der Filmschule der New York University Ich studierte dort zwei Jahre, ohne einen Abschluss zu machen.“

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DVD: Jim Jarmusch

Monday, den 7. April 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel

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Wer sich für die Filme von Jim Jarmusch auf DVD interessiert, muss nicht lange suchen, um sein Gesamtwerk in gehobener Qualität zu einem angemessenen Preis zu finden. Arthaus hat mit Ausnahme von Broken Flowers (Universum), alle seine Filme sowohl als Einzel-DVD als auch als Komplettbox veröffentlicht. Wer sich nur für ein oder zwei ausgewählte Filme interessiert, kann guten Gewissens zu den Einzelveröffentlichungen greifen; wer jedoch ein breiteres Interesse an seinem Gesamtwerk zeigt, dem legen wir die günstige Komplettbox ans Herz, die in hübscher und stabiler Aufmachung daherkommt und jedes heimische DVD-Regal ziert.

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Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf die Einzel-DVDs sowie die ausstattungsgleiche DVD-Box. Generell sollte angemerkt werden, dass die technische Umsetzung der Filme zwar nicht immer makellos ist, die Schwächen in Bild und Ton jedoch in erster Linie auf die erschwerten Produktionsbedingungen zurückzuführen sind. So wurden „Permanent Vacation“ und Stranger than Paradise auf 16 mm gedreht, was in deutlich sichtbarem Bildrauschen resultiert. Night on Earth wiederum wurde unter erschwerten Lichtbedingungen bei Nacht gedreht, weshalb der Kontrast oftmals nicht optimal ist. Auch wenn diese Schwächen selbst dem ungeübten Auge schnell auffallen, stellen sie kein Kaufhindernis dar, da es aufgrund der Qualität des Ausgangsmaterials keine besseren Veröffentlichungen geben kann (wenn man von den Vorzügen von Blu-ray absieht, wobei eine hochauflösende Veröffentlichung dieser Nischentitel noch in den Sternen steht und an den genannten Schwächen auch nicht viel verändern wird).

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Wir verschenken Kunst: Jean-Luc Godard

Monday, den 7. April 2008


Einsendeschluss ist der 30.April 2008

Begleittext: Eine Portion Leben bitte

Monday, den 7. April 2008

forum.jpgvon Fabian Hübner

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Wer einmal ein einschneidendes Erlebnis mit dem Medium Film hatte und diesem seither verfallen ist, der kann eigentlich endlos über diese Kunstform philosophieren, referieren und diskutieren. Nicht anders ergeht es da dem Verfasser dieses Textes und dem Autoren der soeben gesehenen Episode über Wong Kar-Wais Chungking Express. Diese ergänzenden Worte sollen daher das eventuell aufgekommene Interesse an tiefgreifenden Informationen befriedigen und weiterführende Ansätze zu den Werken Wong Kar-Wais bieten.

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Wie in der Episode schon erwähnt, entstand Chungking Express spontan und sollte dem Regisseur dazu dienen wieder einen klaren Kopf zu bekommen bevor er sich erneut seinem Großprojekt Ashes of Time widmen konnte, dessen Schnitt er nun vor sich hatte. Dabei ist es natürlich erfreulich, dass ein kreativ Schaffender so viel Freiheit genießen und sich ein solches Kurprogramm erlauben kann. Aber so ist das eben bei den unabhängigen Filmen. Sie werden der Filme und der Intention wegen gemacht. So etwas wäre in einer Gewinn orientierten Produktionsstruktur undenkbar.
Ungeahnt, dass eben genau dieser Umstand Chungking Express zu einem so pulsierenden Werk macht, war es natürlich riskant sprichwörtlich ins Blaue zu drehen. Oft schlugen Klappen, ohne dass es ein Drehbuch vorlag nach dem vorgegangen wurde, und der Verlauf der Geschichte ergab sich während des Drehens und der Beobachtung dessen, was die Schauspieler mit ihren Charakteren improvisierten. Mit Stolz kann man diesem Film also die Floskel „Wie im echten Leben“ zusprechen. Denn in diesem Fall ist es gar keine.

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DVD: Chungking Express & Fallen Angels

Monday, den 7. April 2008

forum.jpgvon Fabian Hübner

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Wenn es um den speziellen Film geht, können auf dem deutschen DVD-Markt eigentlich nur drei Dinge eintreten.

1. Der Film findet in den hiesigen Gefilden erst gar nicht den Weg zu einer digitalen Fassung.

2. Er erhält eine eher lieblose Umsetzung, welche dem Zuschauer schlimmstenfalls neben einem beschnittenen Bildformat auch noch zu eine mittelmäßige Synchronisationsfassung zwingt.

3. Eine DVD-Fassung, der man anmerkt, dass sie gerade einem besonderen Film auch gerecht werden möchte.

Warum das so ist, erklärt sich einfach. Vor allem unabhängige Filme, die schon in ihrer eigentlichen Produktion ohne Studio auskommen durften (oder mussten – je nach Ansicht), werden eher selten im Nachhinein von den großen Studios gekauft, die weltweit auch die DVD-Veröffentlichungen kontrollieren. So landen die meisten Perlen im jeweiligen Land immer bei einem neuem DVD-Label. Und was am Ende dabei herauskommt, hängt dann von eben diesem ab.

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Auf Spurensuche von „Smoke“

Thursday, den 3. April 2008

forum.jpgvon Andreas Bätzel

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Sich Wayne Wangs Smoke (1995) anzuschauen, ist ein wenig so wie ein Gedicht zu lesen. Das Gedicht muss gar keine großen Erkenntnisse enthalten, aber man erfreut sich an dem Rhythmus der Worte und der Stimmung, die diese Worte in ihrer nicht ganz zufällig gewählten Kombination ergeben. Wer in in die Welt von Smoke eintaucht, wird Charakteren begegnen, die aus dem Leben geschnitten zu sein scheinen, gleichzeitig aber so speziell sind, das sie keinen gewöhnlichen Archetypen entsprechen. Es sind Charaktere auf der Suche nach ihrem eigenen roten Lebensfaden - auf der Suche nach ihrer Identität, ihrer Vergangenheit, dem Leben und natürlich auch der Liebe – und in diesem Sinne nicht unähnlich zu vielen Charakteren aus den Filmen von Jim Jarmusch, der in der Fortsetzung Blue in the Face sogar die Hauptrolle übernommen hat.

avant*garde hat sich auf Spurensuche von Smoke gemacht, um dem Geheimnis des kleinen Zigarettenshops in Brooklyn etwas näher zu kommen. Dies nicht in einem übertragenen, sondern wörtlichen Sinne. Bewaffnet mit einer Karte von New York sowie der von Harvey Keitel im Film genannten Adresse „Ecke 3rd Street / 7th Avenue in Brooklyn“ haben wir versucht, die im Film gezeigte „Brooklyn Cigarette Co.“ zu finden, um dort eine Schachtel Zigaretten zu kaufen und somit selbst zu einer kleinen Episode aus Smoke zu werden.

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Wir verschenken Kunst: Jim Jarmusch

Thursday, den 3. April 2008


Einsendeschluss ist der 20.April 2008