DVD: Jean-Luc Godard


Das Gesamtwerk von Jean-Luc Godard ist unübersichtlich. In der IMDB sind 90 Filme und Dokumentationen gelistet, bei denen er Regie geführt hat, von denen bislang nur ein Bruchteil in Deutschland veröffentlicht worden ist. Da die meisten DVD-Veröffentlichungen unter dem Radar der Öffentlichkeit hindurchgerutscht sind und nicht einmal in einschlägigen DVD-Foren diskutiert werden, möchten wir an dieser Stelle gerne die Aufmerksamkeit auf einige seiner bekanntesten und sehenswertesten Filme legen.
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Grundsätzlich darf angemerkt werden, dass man von der technischen Umsetzung der Filme nicht zuviel erwarten sollte. Aufgrund des kleinen Nischenmarktes, der sich für die Filme von Godard interessiert, lohnt sich eine aufwändige Restauration der Filme für die Studios in der Regel nicht. So werden kaum bzw. gar nicht restaurierte Bild- und Ton-Master verwendet, die nicht immer höchste Ansprüche erfüllen. Auch wer sich für Extras interessiert, muss sich bei den meisten deutschen Veröffentlichungen in Verzicht üben. Entweder gibt es gar keine Extras oder nur kleine Appetithäppchen, die zwar Lust auf mehr machen, den komplexen Themen in Godards Filmen aber kaum gerecht werden. Hier lohnt ein Blick Richtung Übersee, wo sich das Label Criterion in beachtlicher Akribie einigen der Filme von Godard angenommen hat und in technisch überzeugender Qualität sowie mit reichhaltigen Extras auf den Markt gebracht hat.
Wenn man die Veröffentlichungen auf dem deutschen Markt betrachtet, müssen drei Labels positiv herausgestellt werden, die die Sahnestücke in Godards Werk unter sich aufgeteilt haben: Arthaus mit ihren DVDs zu Außer Atem sowie Die Verachtung, Universum mit zwei DVD-Boxen, in denen unter anderem Die Außenseiterbande und Weekend enthalten sind sowie das kleine Label Pierrot Le Fou (übrigens zugleich der Titel eines Godard-Filmes, der in Deutschland noch nicht erhältlich ist), das die Filme Maskulin/Feminin, 2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß sowie Die Geschichte der Nana S. herausgebracht hat. Wer den hohen Aufpreis für die us-amerikanischen Criterion-DVDs nicht bezahlen will und/oder auf deutsche Untertitel angewiesen ist, bekommt mit den genannten DVDs einige von Godards besten Filmen in solider Qualität geboten. Nicht mehr und nicht weniger.
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Sofern man das nötige Kleingeld übrig hat, kann man mit den Veröffentlichungen von Criterion selten bis gar nichts falsch machen. Immerhin acht Filme hat das us-amerikanische Edellabel bislang von Godard herausgebracht, wobei mit Ausnahme von Alphaville allen Filmen mehr oder weniger reichhaltige Extras spendiert wurden. Bisheriger Höhepunkt ist sicherlich das 2-DVD-Set von Außer Atem, das nicht nur in einem extravagant designten Digi-Pack das Sammlerherz höher schlagen lässt, sondern auch die umfangreichsten Extras besitzt. Bei den Extras fällt auf, dass es keine zeitgenössischen Interviews mit Jean-Luc Godard gibt. Immerhin macht sich aber die Beteiligung von Stamm-Kameramann Raoul Coutard positiv bemerkbar, der sowohl die technische Qualitätskontrolle der DVDs übernommen hat, als auch in Videobeiträgen neueren Datums zu sehen ist. Auch Godards Ex-Ehefrau Anna Karina ist in Interviews neueren Datums zu sehen. Etwas enttäuschend ist jedoch auch bei den Criterion-Veröffentlichungen, dass es mit Ausnahme zu Die Verachtung keine Audiokommentare von Filmhistorikern gibt. Da Godards Kino oftmals nicht auf Anhieb greifbar ist, wären Audiokommentare eine sinnvolle Ergänzung gewesen, um noch tiefer in sein Werk eintauchen zu können. |




